Im Rahmen meines Bachelorprojekts im Studiengang »Visuelle Kommunikation« entsteht derzeit der Illustrations-Podcast »Kritzelkiste.« Das klingt vorerst vielleicht etwas konfus, zumal man Illustrationen schließlich sehen muss und Podcasts bloß im Ohr hat, dass die Kombination trotzdem funktioniert, zeigen Vorbilder aus dem englischsprachigen Raum, die sich mit Comics, Fotografie oder Kunst beschäftigen. Im Fokus stehen nämlich die Menschen hinter dem Zeichenbrett und wie sie ihren Zugang zum leeren Blatt Papier finden.

Der Podcast

In ca. einstündigen Gesprächen möchte ich mich mit Illustrator*innen aus den verschiedensten Bereichen über ihre Profession unterhalten. Es soll um Inspiration, Technik und Arbeitsprozesse gehen, um das Mysterium Work-Life-Balance, die Kritzelblockade, den Berufseinstieg und das gute alte Geld. Dabei soll keine strenge Befragung, sondern ein lockeres, nerdiges Gespräch entstehen, das besonders Berufseinsteiger*innen, Studierenden und jungen Kreativen einen authentischen Einblick in die vielen Facetten der Illustrationswelt verschafft.

Die Gespräche finden als klassische Dialoge statt – unter vier Augen live vor Ort oder aus der Ferne. Vor jedem Gespräch erfolgt eine intensive Recherche mit den Gästen und ihrem Schaffen, schließlich soll in der Kritzelkiste kein austauschbarer Frage-Antwort-Katalog abgerufen werden. Viel eher soll sich der Talk gerade um die Besonderheiten der Gäste, ihrer Werdegänge und Stilmittel drehen.

Die Interviews werden nach der Aufzeichnung knackig geschnitten und durch die Magie technischer Nachbearbeitung (Schere, Kleber, Lautstärkeregler) in unterhaltsame, gut verdauliche Episoden verwandelt. 

Die Kritzelkiste

Plot Twist: Vor jeder Aufzeichnung wird ein Päckchen an die Gäste verschickt – die Kritzelkiste. Darin befinden sich kleine Souvenirs, Andenken und Überraschungen, die sich auf den Werdegang der Gäste beziehen. Die Kiste wird während des Gesprächs Stück für Stück ausgepackt und unter die Lupe genommen. Traumszenario: »Huch, da ist ja eine Spielkarte drin!« freut sich der imaginäre Gast, als er sich an sein wegweisendes Schülerpraktikum in der Spielkartenfabrik erinnert und ins Schwelgen kommt. 

Beim Auspacken der Kiste und beim gesamten Gespräch gilt: Alles kann, nichts muss. Die Gäste bestimmen, wie viel sie von sich und ihrer Arbeit preisgeben wollen und welchen Gag aus der Podcast-Trickkiste sie mitspielen.

Finale

Am (vorläufigen) Projektende im August soll eine erste Staffel von fünf Folgen auf allen gängigen Plattformen verfügbar sein – inklusive Web- und Social-Media-Präsenz. Eine finale Episode soll dabei live vor Publikum aufgezeichnet werden.

Jede Folge wird vor und während ihrer Veröffentlichung von Social-Media-Posts vor allem auf Instagram in Form von Audio-Schnipseln, Teasern und Bildern begleitet. Dies soll den Hörer*innen ermöglichen, schnell Zugriff auf die besprochenen Arbeiten und den Stil des Gastes zu bekommen. Dabei nimmt sich der Podcast auch als Ziel, die Gäste einem neuen Publikum vorzustellen und ihre Arbeit zu verbreiten.


Der Host

Hannes Naumann war zehn Jahre lang halb Musiker, halb Grafiker und hat sich im gemütlichen Haifischbecken der Musikindustrie als Sänger, Produzent und Pixelschubser ausgetobt.

Seit 2014 ist Hannes freiberuflicher Grafikdesigner und Illustrator, hauptsächlich für den Musik- und Kulturbetrieb.

Sein spätes Studium der Visuellen Kommunikation an der Bauhaus-Universität Weimar beschließt er im Sommer 2022 mit diesem Podcast-Projekt.

Mehr über ihn auf ashi.de und @captainashi